StartRatgeberMalen mit zwei Kindern unterschiedlichen Alters

Malen mit zwei Kindern unterschiedlichen Alters

Zwei aufgeschlagene Malbücher nebeneinander, links mit großen Motiven und Wachsmalstiften, rechts mit feinen Mustern und Buntstiften

Ein Dreijähriger und eine Siebenjährige am selben Tisch: Was für das eine Kind gerade richtig ist, ist für das andere langweilig oder unmöglich. Die üblichen Reibungen entstehen selten aus Streitlust, sondern daraus, dass beide dasselbe Buch benutzen sollen.

Sollten Geschwister dasselbe Malbuch benutzen?

In der Regel nicht. Ein Buch, das beiden gerecht wird, gibt es kaum – bei drei Jahren Abstand liegen Welten zwischen den Anforderungen.

Zwei eigene Bücher lösen die meisten Konflikte von allein. Jedes Kind hat seins, niemand muss auf den anderen warten, und niemand malt versehentlich auf der angefangenen Seite des Geschwisterkindes.

Wie kann man trotzdem gemeinsam malen?

Über das Thema, nicht über das Buch. Wenn beide gerade Tiere ausmalen, entsteht das Gemeinsame im Gespräch – auch wenn das eine einen großen Elefanten füllt und das andere ein Muster ausarbeitet.

Gut funktionieren außerdem große Bögen, an denen beide gleichzeitig arbeiten: ein Poster, eine Tapetenrolle auf dem Boden, ein aufgemalter Straßenplan. Dort verteilt sich die Arbeit von selbst nach Können.

Was tun, wenn das jüngere Kind alles nachmachen will?

Ihm etwas geben, das nach demselben aussieht, aber einfacher ist. Ein Punkt-zu-Punkt-Bild mit zehn Zahlen neben einem mit fünfzig sieht für das jüngere Kind gleichwertig aus – der Unterschied fällt nur Erwachsenen auf.

Vermeiden sollte man Sätze wie „Das ist noch nichts für dich“. Wirksamer ist, beiden dieselbe Art Aufgabe in unterschiedlicher Schwierigkeit zu geben.

Wie verhindert man, dass das ältere Kind sich langweilt?

Durch eine zweite Ebene in derselben Aufgabe. Wer schon sicher ausmalt, kann Muster ergänzen, den Hintergrund selbst gestalten oder eine Geschichte zum Bild erfinden.

Bücher mit steigendem Anspruch sind hier praktisch, weil das ältere Kind hinten anfangen kann, während das jüngere vorne bleibt.

Muss man immer dabeisitzen?

Nein, und es lohnt sich sogar, es nicht zu tun. Wenn Erwachsene daneben sitzen, richtet sich vieles nach ihnen: Es wird gezeigt, verglichen und gelobt, und die Kinder arbeiten für die Reaktion statt für das Bild.

Anwesend sein reicht meist. Wer in der Küche steht und ansprechbar ist, gibt Sicherheit, ohne das Malen zu steuern.

Wie geht man mit Vergleichen zwischen den Kindern um?

Indem man das Ergebnis nicht bewertet. „Das ist schön geworden“ setzt einen Maßstab, den das jüngere Kind zwangsläufig verliert.

Besser sind Beobachtungen ohne Wertung: „Du hast den ganzen Himmel blau gemacht“ oder „Da hast du lange dran gesessen“. Das trifft auf beide Kinder zu und macht aus dem Tisch keinen Wettbewerb.

Welche Stifte nimmt man, wenn die Kinder unterschiedlich alt sind?

Zwei getrennte Sets, so unspektakulär das klingt. Ein Dreijähriger braucht dicke Stifte, eine Siebenjährige feine – teilen sie sich eines, ist ständig das Falsche in Gebrauch, und die dünnen Stifte brechen.

Wenn es nur ein Set gibt, hilft eine einfache Regel: Wachsmalstifte gehören dem jüngeren Kind, Buntstifte dem älteren. Das klingt kleinlich, spart aber täglich Diskussionen.

Was, wenn nur eines der Kinder malen will?

Dann sollte das reichen dürfen. Gemeinsames Malen ist ein schöner Nebeneffekt, kein Ziel. Ein Kind, das lieber baut oder liest, während das andere malt, macht nichts falsch.

Häufiger als Desinteresse ist übrigens Überforderung: Wenn ein Kind nie zum Stift greift, lohnt der Blick, ob die vorhandenen Bücher zu seinem Alter passen.

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