Lernen & Entdecken
Malbücher, bei denen Kinder nebenbei etwas mitnehmen: Zahlen, Buchstaben, Pflanzen, Körper oder Verkehr.
Der Reiz liegt darin, dass nichts nach Üben aussieht. Ein Kind, das einen Marienkäfer ausmalt und dabei erfährt, wie viele Punkte er hat, lernt beiläufig – und merkt es nicht.
Was unterscheidet ein Lernmalbuch von einem normalen Malbuch?
Der Zusatz neben dem Motiv. Statt einer leeren Fläche gibt es eine Beschriftung, eine Zahl, eine kleine Aufgabe oder eine Erklärung in einem Satz. Das Ausmalen bleibt die Hauptsache, das Wissen kommt nebenbei.
Wichtig ist das Verhältnis: Überwiegt der Text, wird aus dem Malbuch ein Arbeitsheft. Kinder merken diesen Unterschied sofort, und dann bleibt das Buch liegen.
Ab welchem Alter eignen sich Lernmalbücher?
Ab etwa vier Jahren, wenn Kinder Formen und erste Zahlen wiedererkennen. Vor der Schule sind Bücher zu Zahlen bis zehn, Buchstaben und Farben sinnvoll.
Ab sechs oder sieben wird es inhaltlich interessanter: Pflanzen, Tiere in ihrem Lebensraum, Jahreszeiten, Körper, Weltall. Dann kann das Kind die Erklärungen selbst lesen, und das Buch trägt länger.
Fördert so ein Buch mehr als ein gewöhnliches Malbuch?
Nicht zwangsläufig. Es fördert etwas anderes: Ein Lernmalbuch bringt Inhalte mit, ein gewöhnliches Malbuch übt Ausdauer und Stifthaltung. Beides hat seinen Platz.
Enttäuschungen entstehen meist dort, wo Eltern sich vom Aufdruck „fördert spielerisch“ zu viel versprechen. Ein Kind lernt aus einem Malbuch nicht das Alphabet – es begegnet den Buchstaben, und das ist schon einiges wert.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Auf drei Dinge. Ob die Erklärungen kurz genug sind, dass ein Kind sie freiwillig liest. Ob die Motive auch ohne den Lerninhalt Spaß machen. Und ob die Altersangabe zum Wissensstand passt – ein Buch über Photosynthese nützt einem Fünfjährigen wenig, so schön es gezeichnet ist.
Praktisch sind Bücher, die beides bieten: ein paar Seiten mit Erklärung und ein paar zum reinen Ausmalen. Dann entscheidet das Kind, worauf es gerade Lust hat.
Welche Themen funktionieren besonders gut?
Alles, was Kinder ohnehin beschäftigt. Pflanzen und Garten, weil man das Ergebnis draußen wiederfindet. Tiere und ihre Lebensräume. Fahrzeuge und Verkehr, kurz vor dem Schulweg. Und der eigene Körper, meist zwischen fünf und sieben.
Schwieriger sind abstrakte Themen wie Zeit oder Zahlenräume über zwanzig – die brauchen mehr Erklärung, als in ein Malbuch passt.

